Valorant_

Valorant is CS:GO on easy mode

Eine reißerische Headline. Eigentlich möchte ich nur ein bisschen über Valorant sprechen, nachdem es vor drei Tagen offiziell released ist. Normaler Weise kann man nach so kurzer Zeit noch keinen so tiefgehenden Artikel schreiben, aber durch die Nähe zu meinem allzeit geliebten Counter-Strike würde ich gerne mal ein paar meiner Gedanken niederschreiben. Vorweg: auch wenn ich ein bisschen Kritik übe, finde ich das Spiel klasse und sehe eine große Zukunft für Valorant, so lange sie sich an meine Tips halten. hehe. Also, GO GO GO!

Warum denn CS:GO on easy mode?

WarOwl, ein großer und einer der besten YouTuber für CS:GO, hat in seinem ersten Video als Fazit folgenden Satz gebracht:

Valorant is Counter-Strike, on easy mode, with abilitys.

WarOwl May 2020, YouTube

Daher kommt auch die tolle Headline. Aber nicht nur CS Profis ziehen diesen ersten Fazit. Auch McBukowski als CS:GO Neuling meinte dies gestern nach seiner ersten Runde Valorant. Das soll nicht heißen das Valorant schlechter ist als CS:GO. Es ist nunmal einfach nur … leichter zu spielen. Der Einstieg ist leichter und jeder kann mitmachen. Man sollte natürlich nicht die Fähigkeiten aus dem Zitat vergessen, denn die machen das Gameplay noch mal um einiges interessanter, komplizierter und ermöglicht neue Wege. Wir reden aber erstmal nur über den normalen Spieler und nicht den trainierenden Pro der aus den Fähigkeiten alles rausholt.

Also warum ist Valorant denn nun Counter-Strike on easy mode? Ich liste mal ein paar Beispiele auf und ja klar, das sind teilweise moderne Mechaniken die in aktuellen Spielen einfach drin sind. Das ist aber eben auch der Unterschied zu CS, dass heute alles einfacher wird und das Spiel vieles für den Spieler übernimmt um es so eben einsteigerfreundlicher, aber eben auch einfacher für alle Spieler macht.

  • Das Geld vom Gegner wird angezeigt, mitrechnen nicht mehr nötig
  • Man kann Marker in der Welt setzen … Callouts verlieren so an Wert
  • Die Waffen sind wesentlich leichter zu bedienen (ADS, einfachere Pattern)
  • Die Grafikstil erinnert eher an ein Spiel das an die jüngere Generation gerichtet ist
  • Die Maps sind kleiner und einfacher aufgebaut als bei CS. Das führt zu weniger Spielraum. Dafür bringen die Karten interessante Neuerungen wie 3 Spots und Portale mit sich.
  • Das Movement ist leicht reduziert, sprich langsamer
  • Das Buy-Menü ist zum einen komfortabler (verkaufen, nach Drop fragen), zum anderen eben eine vereinfachte Version von dem in CS:GO
  • CS is more Hardcore, Valorant a bit more Casual (ist einfach so)
Der Comic-Stil von Valorant wurde erst kritisch beäugelt, überzeugt nun aber durch seine saubere und übersichtliche Erscheinung

Das fehlt noch in Valorant

Das Game ist gerade erst erschienen aber wer sich mit dem Urgestein Counter-Strike anlegt und sich eSport ganz groß auf die Flagge schreibt, der muss auch schon früh mit Kritik rechnen. Also schnell in Listenform: Wat muss Valorant besser machen um sich weiter etablieren zu können.

Es muss dringend eine Replay-Funktion nachgereicht werden. Ohne das ist kein Liga-Spielbetrieb möglich. Ohne das kann man seine Matches nicht erneut angucken und analysieren, ganz schlecht für das Training und somit den eSport. Und zu guter Letzt hängt daran auch noch die Szene der Content Creator die Highlight- und andere Videos erstellen wollen. Zum Glück ist die Funktion schon angekündigt und soll bald möglichst nach dem Release nachgereicht werden.

Es fehlt eine Map-Selection. Die Spielerzahlen sollten nun stimmen. Jetzt kommt die 4. Map raus und man spielt erstmal drei von vier Matches auf der neuen Karte. Warum gibt es hier keine Map-Auswahl? Wie sollen die Spieler so ihre Favoriten spielen? Aber ich denke mal das steht auch fest auf dem Plan.

Keine interne Clan-Funktion. Das ist bei neuen Spielen eigentlich schon Standart und sollte von Anfang an dabei sein. Bei CS:GO läuft das übrigens über Gruppen auf Steam. Man kann ingame seine Gruppe auswählen und bekommt deren Tag im Spiel angezeigt. Sind fünf Spieler aus einer Gruppe, werden die Teams nicht mehr Counter-Terrorists vs. Terrorists genannt, sondern werden durch die Clannamen ausgetauscht. So auch bei Rocket League. Das wünsche ich mir auch für Valorant, wenn es hier mithalten will.

Kein Spectator-Mode, was sehr komisch ist. Aber auch das wird sicher noch folgen.

Bitte fügt einen Accept-Button hinzu. Es ist cool wenn das Match direkt startet nachdem man auf Suchen gedrückt hat und die Suche nicht mehr unterbrochen wird weil Mister X gerade auf dem Klo ist und das Match nicht annehmen konnte. Aber irgendwie halte ich den Button für notwendig falls man „ausversehen“ zu schnell auf Start gedrückt hat und dann doch noch was dazwischen kommt, wie ein 5. Spieler der zu spät ins Discord kommt. Alternativ vielleicht den Ready-Button einführen?

Wo ist der Kick-Vote? Bisher haben wir ihn eigentlich noch nicht gebraucht, denn wer will schon einen Mitspieler rausschmeißen wenn es auch keine Bots gibt. Aber als Maßnahme gegen Cheater und Trolle sollte die Möglichkeit immer im Spiel sein.

Movement Loss wenn getagged ist zu hoch. Darüber mag man streiten. Vielleicht muss es so sein. Aber irgendwie ist es doch uncool wenn man durch schnelle Raktion nicht mehr davon kommt und sobald man angeschossen wird sich nur noch durch zurückschießen wehren kann.

Show Assists. In der Zusammenfassung steht ein Kill als Assist, aber noch nicht im Killfeed. Plz fix.

Es fehlt das Modding. Es wurde bestätigt dass Modding nicht geplant ist. Das ist schade. Schaut man zu anderen eSport Größen wie WarCraft oder erneut CS, so findet man eine Fülle an User generierten Content. Fun-Maps und -Modi weren da am häufigsten genannt. Ich sehe keinen Grund warum das nicht auch hier ermöglicht werden sollte. Obwohl, und jetzt kommts, ich würde fest damit rechnen das die fleißigen Bienchen in nur wenigen Tagen ein dust2, ein inferno, mirage und wie sie alle heißen nachgebaut hätten. Das wäre cool, sehr cool sogar. Aber das könnte das Konzept von Valorant stören. Und die ganze Sache verkomplizieren. Also vielleicht besser erstmal nicht, danke.

Screenshot aus dem CSGO Workshop auf Steam: Die Zahlen hinter den Gamemodes sind die Anzahl der Maps. Irre. Modding hat einen großen Stellenwert bei CSGO.

Das wurde bereits nachgereicht

Das Ranking-System (Update Juni 2020): Ohne Ranks wurden die Casual-Matches schnell langweilig, es fehlte die kleine Herausforderung und gleichstarke Gegner. Der Competetive-Modus ist nun im Spiel und scheint nach den ersten Wochen auch gut zu funktionieren. Übrigens: Die Settings im Ranked-Modus sind exakt die gleichen wie unranked, heißt man kann markieren, es gibt alle optischen Hilfen etc.

Surrender-Vote (Update Juni 2020). Man kann nach 8 Runden aufgeben. Aber Achtung, im Ranked-Modus wird das Match dann x:12 gegen euch gewertet. Es lohnt sich also immer noch ein oder zwei Runden rauszuholen, für den Rang versteht sich.

Das kann CS:GO von Valorant lernen

Sorry, aber da fällt mir gerade nichts ein. Hehe, nee stimmt nicht. Eben hatte ich doch noch was … das MR12-System (Max Round 12). MR12 wurde auch früher schon bei CS gespielt. Der offizielle Modus ist aber nun mal MR15. Da wird sich wohl nichts dran rütteln lassen, aber es würde das ganze schon ein wenig auflockern. Denn der größte Vorteil den ich gerade bei Valorant sehe, ist die schnelle und einfache Action. Verliert man mal hart, dann dauert es nicht zu lange bis die Runde vorbei ist und man wird nicht 15 Runden lang vorgeführt und mit der Negev verarscht. Schnell ist das Spiel auch bei Match-Start. Verdammt Valve, verkürzt doch bitte den Timer im Warmup.

Übrigens, CS:GO bzw. Valve hat sich lange auf ihrem Erfolg ausgeruht. Dabei ist es die Community und die Szene die das Spiel am Leben hält. Valve bringt Updates die nicht gut ankommen wie neue Skins (Handschuhe, Agents) oder neue Waffen (Revolver?) nach denen keiner gefragt hat. Dann passiert ewig nichts. Dabei gibt es noch ein paar offene Themen für CS:GO (Serverbrowser, 124 Tick Server). Dann noch das Drama um die 1 Mio Preisgeld für CS:GO Turniere und im Vergleich dazu 2-Stellige Millionen Beiträge für Dota, trotz des Erfolges von CS. Valve hat seinen Support einfach zu lange schleifen lassen. Ich hoffe Valorant bringt da mal wieder etwas Schwung rein.

eSport: Zwei ehemalige CS:GO Profis melden sich zurück

Wenn man es genau nimmt, dann sind es sogar zwei wahre Legenden. Zum Einen hat sich gestern der AWPler Skadoodle (Cloud9) zurückgemeldet. Er wurde vom LOL Clan T1 (Süd-Korea) angeworben um deren neues Valorant Rooster zu vervollständigen. Zum Anderen ist das Hiko (auch Cloud 9), eine wahre Legende in der CS-Szene. Hiko fängt jetzt bei den 100 Thieves an. Das ist der 2. größte brasilianische eSport Club, welcher jetzt einen Mix aus australischen und amerikanischen Spielern beherbergt. Und nun startet er auch mit einem Valorant Team.

Komplett neue Teams mit neuen Spielern haben übrigens bereits NiP und GODSENT (Schweden), G2 (Frankreich) und auch BIG (Deutschland, Berlin).

weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.